Was ist sozialversicherungsrechtlich bei längerem Auslandsaufenthalt zu beachten?



Bei einem längeren Aufenthalt im Ausland müssen viele Dinge im Vorfeld geklärt werden. Möchte man seinen Lebensmittelpunkt verlegen, sollte die soziale Absicherung eine Rolle bei der Wahl des Aufenthaltsortes spielen.

Zur Sozialversicherung gehören die Kranken-, Pflege-, Renten-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung. Für alle Pfeiler gelten unterschiedliche Bestimmungen und Rahmenbedingungen um im Ausland in Anspruch genommen zu werden. So muss zwischen Student, Arbeitnehmer, Rentner und Urlauber unterschieden werden. Zudem ist die Dauer des Aufenthalts und die Zugehörigkeit des Landes zum europäischen Wirtschaftsraum entscheidend. Gehört das auserwählte Land nicht zur europäischen Gemeinschaft, muss ein Sozialversicherungsabkommen mit dem Staat bestehen um Sozialversicherungsleistungen in Anspruch nehmen zu können.

Der Rentner im Ausland

Der Traum vieler Rentner ist es, den wohlverdienten Ruhestand im warmen Ausland zu verbringen. Die Auswanderung kann jedoch schnell zum Alptraum werden. Drum sollte man sich vorab informieren, ob in dem auserwählten Land ein Sozialversicherungsabkommen mit Deutschland besteht und zum Beispiel die gesetzliche Krankenversicherung für Leistungen im Ausland aufkommt.

In den meisten Ländern des europäischen Wirtschaftsraumes und der Schweiz, ist das der Fall. Zu beachten ist, dass im Aufenthaltsstaat nur eine deutsche Rente bezogen und keiner Beschäftigung nachgegangen wird. In den meisten Fällen ist also eine zusätzliche Krankenversicherung im Aufenthaltsstaat nicht erforderlich. Genaue Informationen sind bei der jeweiligen Krankenkasse zu Erfragen.
Die Leistungen richten sich nach dem Katalog des jeweiligen Landes und können vom deutschen Leistungskatalog stark abweichen. Die Zuzahlungen unterscheiden sich oft auch in erheblichem Ausmaß und sollten vorab erfragt werden.

Die Pflegeversicherung folgt im Allgemeinen der Krankenversicherung. Jedoch gibt es hier Unterschiede hinsichtlich der Sozialversicherungsabkommen der verschiedenen Staaten. So kann zum Beispiel die Krankenversicherung in einem nicht EG oder EWR-Staat aufgrund eines bilateralen Abkommens gesichert sein, die Pflegeversicherung greift jedoch nicht. Eine gute Vorbereitung und sorgfältige Auswahl des Auswanderungslandes hilft, böse Überraschungen zu vermeiden.

Wirtschaftlich kann man sich als Rentner im Ausland verbessern da die gesetzliche Rente unabhängig vom Lebensort gezahlt wird. Häufig sind die Lebenserhaltungskosten erheblich niedriger und ermöglichen so einen komfortableren Lebensstil. Es bleibt allerdings zu bedenken, dass gerade in diesen Ländern, die ärztliche Versorgung nicht mit dem deutschen Standard verglichen werden kann und auch die Pflegeleistungen nicht in deutschem Umfang angeboten werden. Diese Umstände führen dazu, dass viele Rentner beim Auftreten von schwerwiegenden Erkrankungen in Deutschland behandelt werden möchten. Ein Rücktransport kann schnell sehr teuer werden und wird meist nicht von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt. Deshalb lohnt sich oft der Abschluss einer privaten Krankenversicherung falls man nicht länger als 5 Jahre im Ausland verbringen möchte.

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