Venezuela zieht Goldreserven aus Europa ab



Der Staatspräsident von Venezuela, Hugo Chavez, hat unter großem medialem Aufsehen 211 Tonnen Gold aus Europa abgezogen. Allein in London wurden 99,21 Tonnen des Edelmetalls gelagert, aber auch in Paris wurden größere Mengen aufbewahrt. Den Grund für das Zurückholen des Goldes benennt der Chavez mit der unsicheren wirtschaftlichen Lage in Europa.

Verbündete Venezuelas wie China, Brasilien oder auch Russland seien laut des Präsidenten hingegen sichere Häfen. Ein Großteil des Goldes wird jedoch ab sofort wieder in der Zentralbank in der venzualischen Haupstadt Caracas aufbewahrt. Doch die genannten Gründe sehen viele Experten nur als Tarnung, um von den eigenen Problemen, die Venezuela bedrohen, abzulenken. Durch die Repatrrierung des Edelmetalls kann es nun ohne großes Aufsehen zu Geld gemacht werden, was die klammen Kassen des südamerikanischen Landes füllen soll. Chavez sieht das Gold als Chance, trotz des wirtschaftlichen Niedergangs von Venezuela die Staatseinkünfte relativ stabil zu halten. Denn obwohl die Ölpreise sehr hoch sind und Venezuela enorme Ölvorräte besitzt, ist die Industrie unter dem korruptem Regie von Chavez nicht mehr in der Lage Öl effizient genug zu produzieren. Berichten zufolge sollen nach den Ölfirmen nun auch die Goldminen verstaatlicht werden. Dies kann Arbeitsplätze sichern, es ist jedoch mit rückläufigen Förderungen zu rechnen, wie das Beispiel Südafrika zeigt, wo ein ähnliches Szenario zu beobachten war. Langfristig könnte der Ölpreis dadurch sogar steigen, da neben Südafrika nun wohl auch Venezuela eine immer geringer werdende Fördermenge hat.

Ein weiterer Grund für den Verkauf des repatriierten Goldes sind wohl die Wahlen 2012. Nachdem unter seiner Führung Venezuela wirtschaftlich stark gelitten hat gehen Fachleute davon aus, dass für den Wahlkampf viel Geld für Werbung benötigt werden wird um die Wähler wieder von Chavez Führungsfähigkeiten zu überzeugen. Darüberhinaus will Chavez wohl versuchen den Gläubigern Venezuelas die Möglichkeit zu nehmen auf das Gold zurückzugreifen, sollten diese wegen der wirtschaftlich schwierigen Situation des Landes ihr Geld zurückfordern.

Letztlich bleibt der Effekt, den die Repatriierung des Goldes auf den Markt haben wird, ungewiss. Sollten die Goldreserven Venezuelas nämlich schon mehrfach verliehen wurden sein, müsste der südamerikanische Staat das Edelmetall erst am Markt zusammenkaufen. Dies könnte letztendlich sogar ein Grund für den im Moment immer weiter ansteigenden Goldpreis sein.

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