Stromproblem in Venezuela – trotz Ölreserven Engpässe bei der Stromversorgung



Venezuela, ein Land, das für seinen polarisierenden Präsidenten, qualitativen Kakao und Tabak bekannt ist. Zwar gelten beide Produkte vor allem in Europa als sehr beliebt, jedoch vor allem die Infrastruktur des Landes befindet sich in einem eher fragwürdigen Zustand. Eines der größten Probleme ist die Stromversorgung, und das, obwohl genug Rohstoffe vorhanden wären.

Verschiedene Ursachen und Gründe für das Problem

Der größte Teil der Energieversorgung wird durch Wasserkraft erzeugt. Als Hauptlieferant gilt ein Damm am Guri-Stausee. Das integrierte Wasserkraftwerk ist das drittgrößte auf der ganzen Welt und steuert einen erheblichen Anteil in Sachen Stromversorgung bei. Das Problem besteht darin, dass jedoch keine anderen Kraftwerke vorhanden sind. Der Anteil der erneuerbaren Energie ist in Venezuela nahezu unbedeutend. Infrastrukturfonds laufen nur schleppend an. Die Tatsache, dass der Stromverbrauch in den letzten Jahren immens angestiegen ist, trägt dazu bei, dass immer häufiger Engpässe auftreten. Trotz des gestiegenen Bedarfes wurde in den letzten Jahren kaum in die Infrastruktur investiert. Dies gipfelte 2010 in einer wahren Stromkrise, als aufgrund von Dürre kein Strom erzeugt werden konnte, und somit ein großer Teil der Bevölkerung ohne Elektrizität auskommen musste.

Ausrangiertes Atomprogramm und weitere Stromabschaltungen

Eine Lösung des Problems scheint zunächst nicht in Sichtweite. Zwar beschloss man vor ein paar Jahren ein Atomenergieprogramm, dies kam aber aufgrund der Nuklearkatastrophe in Fukushima zum Stillstand. Die Regierung erklärte, dass man über Alternativen nachdenken werde. Ein Ansatzpunkt liege sicherlich in den Ölreserven. Mithilfe eines Ölkraftwerkes könnte somit der Strombedarf immerhin annähernd gedeckt werden. Dies findet jedoch vor allem bei Politikern keine Zustimmung, da diese vor allem in der Anschaffung teuer sind, und der Trend immer mehr in Richtung “Regenerative Energieformen” geht. Um die Engpässe einigermaßen in den Griff zu bekommen, erfolgen sogenannte Stromrationierungen, die die Abschaltung des Stromnetzes für mehrere Stunden bedeutet.

Problem weckt Unruhe

Das Problem weckt schon seit längerer Zeit Unruhen in der Bevölkerung. Die Absicht eines Nuklearprogrammes lag vor allem an dem großen wirtschaftlichen Vorteil, den Atomkraftwerke besitzen. Somit hätte viel Strom für wenig Geld produziert werden können. Ölkraftwerke sind in ihrer Instandhaltung wesentlich teurer, und das Erdöl, welches Venezuela fördert, lässt sich gewinnreicher verkaufen, als daraus Strom zu produzieren.

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